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Optische Telegrafenstation

Königlich-Preußische Optische Telegrafenlinie
Berlin - Koblenz, Station Nr. 38
Kneblinghausen, Stumpfe Warte


Nach dem Ende der Befreiungskriege sprach der Wiener Kongress Preußen 1815 die Rheinprovinzen und Westfalen zu. Dies veränderte die außenpolitische und militärische Situation des Königsreichs wesentlich. Es bestand die Notwendigkeit, eine schnelle und sichere Nachrichtenverbindung vom preußischen Kernland in diese exterritiorialen Landesteile herzustellen. Ab 1832 wurde zwischen Berlin und Koblenz über Potsdam, Magdeburg und Köln eine optisch-mechanische Nachrichtenverbindung errichtet, die auf der Gesamtstrecke von 1833 bis 1849 in Betrieb war.

Auf einer Strecken von ca. 600 Kilometern wurden auf 62 Stationen Signalanlagen mit drei beweglichen Flügelpaaren errichtet. Dafür nutzte man vorhandene Bauwerke, wie Kirch- und Schlosstürme oder errichtete eigens entwickelte Funktionsbauten.
Die Nachrichtenübertragung basierte auf einem dekadischen Zahlensystem. Definierte Stellungen der Telegrafenflügel stellten Zahlen oder Zahlenkombinationen dar, denen Wortbedeutungen zugesprochen waren. Depeschen verschlüsselte man mit Hilfe dieses Systems und gab sie von Station zu Station weiter. Bei guten Bedingungen gelang es, eine Depesche innerhalb von ca. 1,5 Stunden von Berlin nach Koblenz zu senden. Meldungen per reitendem Boten benötigten für diese Strecke ca. 3 bis 4 Tage.

Die preußische Telegrafenlinie war eine militärische Einrichtung. Das Telegrafenpersonal unterstand der preußischen Armee. Auf einer Station versahen zwei Telegrafisten ihren Dienst.

Station 38
Etwa 1 km westlich von Kneblinghausen, "Stumpfe Warte" genannt, wurde im Sommer 1833 die Station Nr. 38 der optischen Telegrafenlinie Berlin-Koblenz auf dem Fundament eines mittelalterlichen Wartturmes der Stadt Rüthen errichtet (388 m N.N.) und war von 1833 bis 1849 in Betrieb. Sie bestand aus einem einstöckigen Haus (2 Wohnungen) mit einem zweistöckigen Signalturm als Vorbau und wurde nach der Aufhebung mit dem Grundstück an den Landwirt Friedrich Henke, Ettingerhof 1850 auf Abbruch verkauft, um "einen Schlupfwinkel für verdächtige Menschen" zu verhindern.
(Informationen: Stadtarchiv Rüthen)

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