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Kirchengeschichte

Die alte Kapelle

Eine Kapelle in Kneblinghausen wird erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahr 1537 erwähnt. Damals verkaufte der Rüthener Bürger Peter Hoynkhaus seinen Hof in Kneblinghausen („Arens“ Hof) an Volmar Smedes Fredeborg, den Pastor in Calle. Bei der Beschreibung der Hofstelle heißt es: „…sie stößt mit der Westseite an den Weg, der vor dem Capellen Kerkhove nach dem Borne geht.“ Damit dürfte erwiesen sein, dass zu oder vor dieser Zeit dort schon eine Kapelle gestanden hat. Wahrscheinlich muss man sie mit dem Paderborner Kloster Abdinghof, dem Hauptbesitzer des Dorfes in Verbindung bringen.

Die nächste Kapelle wurde im Jahre 1709 erbaut. Die Vorgängerin muss schon lange vorher zerstört gewesen sein, denn in zwei Karten aus dem Jahr 1700 ist keine Kapelle eingezeichnet. Am 20 Juni 1709 machte der Nachbar Hermann Eickhoff („Helmigs“) eine Schenkung für die „neugebaute Kapelle“. In einem Visitationsbericht des Jahres 1717 wird dieses Gebäude ebenfalls erwähnt.

Am 29. Juli 1902 musste die Kapelle von den Bewohnern wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Sie befand sich etwa im Turmbereich des heutigen Kapellenbaues. Es handelte sich um ein auf Bruchsteinsockel errichtetes Fachwerkgebäude mit inneren Maßen von 9,51 m Länge und 4,98 m Breite. Die Raumhöhe betrug etwa 4 – 4,50 m. Auf der westlichen Seite des Schieferdaches befand sich ein etwa 3,50 m über den Dachfirst ragender, ebenfalls mit Schiefer bedeckter quadratischer Turm, in dem eine Bronzeglocke hing. An der Westseite der Kapelle war eine doppelflügelige Tür angebracht. Darüber befand sich in gleicher Breite ein Fenster, während an der südlichen und nördlichen Seite des vorderen Kapellenraumes jeweils zwei nebeneinander liegende quadratische Sprossenfenster angebracht waren. Der achteckige Kapellenraum fasste etwa 40 bis 50 Personen. Neben dem schlichten Holzaltar mit Holzkreuz und Korpus stand auf einem Sockel eine Marienstatue. Aus der Zeit sind in Kneblinghausen noch zwei Marienstatuen erhalten, die ältere um 1700, die jüngere aus dem 18. Jh. Beide befinden sich heute in Privatbesitz. Die baufällig gewordene Kapelle wurde im Jahr 1902 abgebrochen.
Während der Übergangszeit bis zum Bau des jetzigen Gotteshauses gingen die Gläubigen von Kneblinghausen zum Gottesdienst in die St. Ursula Pfarrkirche in Meiste.